Häufige Krankheitsbilder

Karpaltunnelsyndrom

Dr. Raymond Young

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Dr. Friederike Stümpel

Dr. Friederike Stümpel

Dr. Babak Zargar Amini

Dr. Babak Zargar Amini

Karpaltunnelsyndrom

Bei dem Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um ein so genanntes Nervenkompressions-Syndrom, d.h. der Medianus-Nerv - ein besonders kräftiger Nerv, welcher für das Gefühl der ersten vier Finger und zum Teil auch für die Beweglichkeit des Daumens verantwortlich ist - wird in Höhe des Handgelenks und der Handfläche von einem derben Bindegewebsband eingeengt. Diese Einengung verursacht Missempfindungen bis hin zu Schmerzen, die häufig vor allem nachts auftreten.

Das Karpaltunnelsyndrom ist häufig mit einer Verengung der Beugesehnen-Ringbänder einzelner Finger vergesellschaftet, so dass geprüft und mit Ihnen besprochen wird, ob nicht eine Ringbandspaltung ebenfalls vorgenommen werden sollte.

In der bisher üblichen Operationstechnik musste man sich über einen großen Hautschnitt in der Handfläche Zugang zu dem oben beschriebenen derben Bindegewebsband verschaffen, um es zu durchtrennen.

Im Rahmen der Entwicklung minimal-invasiver Operationstechniken besteht jetzt die Möglichkeit, über einen nur 1-2 cm großen Hautschnitt am Handgelenk mit einer Durchtrennungsvorrichtung das Bindegewebsband unter Video-Kontrolle zu spalten.

Der Vorteil dieser Methode liegt, neben der kleinen unauffälligen Narbe vor allem aufgrund des schonenden Operationsverfahrens, in der früher erreichten Gebrauchsfähigkeit der Hand und in den deutlich geringeren Schmerzen.
Allerdings kann sich eine Operation nach der herkömmlichen Methode in einigen Fällen als erforderlich erweisen, wenn sich einzelne Nervenstränge nach der alleinigen Karpaltunnelspaltung nicht erholen. Möglicherweise muss auch schon während der Operation auf die herkömmliche offene Operationsweise umgestiegen werden, z.B. wenn sich die anatomischen Verhältnisse nicht normal darstellen lassen.

Bei der endoskopischen Operation wird ein Hautschnitt zwischen den Handgelenksbeugefalten angelegt, durch den das Endoskop eingeführt wird. Unter Sicht der Videokamera erfolgt die Spaltung des Bindegewebsbandes, das den Nerv und die Beugesehnenfächer einschnürt.
Der Arm sollte in den ersten Tagen nach der Operation stets hoch gelagert werden, um eine Schwellung zu vermeiden.

Sie sollten auch wissen, dass Sie auch nach der Operation möglicherweise Missempfindungen in der Hand verspüren können. Ein Nerv, der über lange Zeit einer Druckschädigung ausgesetzt war, kann bis zu einem halben Jahr brauchen, um sich wieder zu erholen.

Der Eingriff kann in aller Regel ambulant vorgenommen werden; d.h. Sie kommen morgens in unser Ambulantes Operationszentrum, lassen den Eingriff vornehmen und gehen anschließend wieder nach Hause.