Häufige Krankheitsbilder

Kniegelenk

Dr. Raymond Young

Dr. Raymond Young

Dr. Friederike Stümpel

Dr. Friederike Stümpel

Dr. Babak Zargar Amini

Dr. Babak Zargar Amini

Meniskusabriss

Meniskusabriss

Prinzip der Refixation

Prinzip der Refixation

Meniskusläsionen

Bei den Menisken handelt es sich um sichelförmige Scheiben aus knorpeligem Bindegewebe, die die Gelenkfläche zwischen Oberschenkel und Unterschenkel abpolstern.

Bei Verdrehungen des Kniegelenks kann es durch die plötzliche Wirkung von Scherkräften zur Zerreißung des Meniskusgewebes kommen.

Auch lang anhaltende und chronische Einwirkungen von Scher- und Abriebskräften können zu einem verschleißbedingten Schaden des Meniskus- und Knorpelgewebes führen. 

In Fällen unfallbedingter Meniskusrisse, bei denen man ansonsten gesundes Gewebe vorfindet, können bei Abrissen in der gut durchbluteten Zone Meniskusnähte oder Refixationen erfolgreich vorgenommen werden. Dies beinhaltet anschließend eine mehrwöchige Bewegungseinschränkung und Entlastung an Unterarmgehstützen und sollte daher wirklich nur auf Erfolg versprechende Anwendungen beschränkt bleiben.

Blick auf die Menisken von oben

Blick auf die Menisken von oben

Knie von vorne

Knie von vorne

Kniegelenksarthrose / Knorpelläsionen

Bei erkrankungs- und verschleißbedingten Knorpelschäden (Arthrose) ist in der Regel eine Refixation der Knorpelfläche nicht erfolgreich, sodass die ausgefransten und sich ablösenden Knorpelstrukturen glatt abgetrennt und die Ränder geglättet werden, um einer weiteren Ablösung der Knorpelstrukturen entgegenzuwirken. Der freiliegende Knochen kann angebohrt werden, damit körpereigene Stammzellen einen Ersatzknorpel bilden können.

Die Erholungsphase nach diesen Eingriffen dauert je nach Ausmaß und Lokalisation des Knorpelschadens bis zu 5-6 Wochen.
Die Knorpelflächen sollten in dieser Zeit mit Unterarmgehstützen entlastet werden.

Bei den verschleißbedingten Beschwerdebildern der Gelenke spielen verschieden Faktoren bei der Schmerzauslösung eine Rolle.
In der Regel sind es abgelöste oder lose Knorpelfragmente, die das Gelenk reizen, sodass mit deren Beseitigung eine deutliche Linderung zu erreichen ist.
Der Reizzustand kann sich aber auch schon verselbstständigt haben, was dazu führen kann, dass die Kniegelenksbeschwerden auch nach operativer Sanierung bestehen bleiben.

Bewährt hat sich daher bei arthrotischen die folgende Vorgehensweise:

1. Zunächst sollte versucht werden, eine arthroskopische Sanierung vorzunehmen, da eine gute Chance besteht, die Beschwerden damit deutlich zu lindern und einer weiteren Ausdehnung des Schadens entgegenzuwirken.

2. Zur Verbesserung der Gelenksituation hat sich insbesondere nach einer Operation eine Kernspinresonanztherapie und eine Injektionsserie mit Hyaluronsäure bewährt.

Kniescheibengelenkbeschwerden

Prinzip der Lateralisation

Prinzip der Lateralisation

Die Rückfläche der Kniescheibe ist der Form des Kniescheibengleitlagers am Oberschenkelknochen angepasst und sollte in der Mitte dieser so genannten Fahrrinne verlaufen.

Aufgrund von Dysbalancen innerhalb verschiedener Muskelgruppen am Oberschenkel kann die Kniescheibe aus dem Gleitlager herausgezogen werden, sodass die Rückfläche auf die Oberschenkelgelenkfläche drückt und reibt.

Meistens geht dies auch mit einer Formvariante der Kniescheiben einher, bei der die innen gelegene Kniescheibenrückfläche steil, die seitliche lang gezogen und flach ist.

Dadurch kann die seitliche Muskelzug- und Bandwirkung die Kniescheibe noch weiter abkippen und zu einer Verstärkung der Reibung führen.

Prinzip des Lateralen Release

Prinzip des Lateralen Release

Therapeutisch kann versucht werden, die innenseitige Oberschenkelmuskulatur gezielt zu kräftigen, um der Zugwirkung nach außen entgegenzuwirken und dadurch eine reibungslose Führung der Kniescheibe zu erreichen.

Ist die seitliche Bandführung jedoch zu fest, kann es erforderlich sein, die seitlichen Bandstrukturen operativ zu durchtrennen. Dieses Verfahren nennt man "Laterales Release" und wird von uns vorzugsweise durch einen zusätzlichen operativen Schnitt vorgenommen, weil die rein arthroskopische Spaltung häufig nicht ausreicht und die Nachblutungsgefahr dabei sehr hoch ist..

Knorpelschaden hinter der Kniescheibe

Knorpelschaden hinter der Kniescheibe

Ferner kann der Knorpelschaden an der Kniescheibenrückfläche auch so weit fortgeschritten sein, dass es zu einer ständigen Reizung und Kniegelenkserguss-Bildung kommt und die kaputten Knorpelflächen an der Kniescheibenrückseite operativ gesäubert und geglättet werden müssen.

In Extremfällen kann es erforderlich werden, den ganzen Kniescheibenband- und Streckapparat mit einer relativ umfangreichen Operation zur Mitte hin zu verlagern.

Es erscheint inzwischen schon gar nicht mehr erwähnenswert, dass die Eingriffe vorwiegend arthroskopisch durchgeführt werden: Über einen kleinen Zugang wird eine Optik in das Gelenk eingeführt, an die eine Kamera angeschlossen ist, die ihr Bild zu einem Monitor überträgt.

Lateralen Release

Laterales Release

Die operativen Maßnahmen werden mittels speziell entwickelter Instrumente, die über einen weiteren Zugang eingeführt werden, vorgenommen. Bei sehr ausgedehnten Befunden kann es erforderlich werden, die Zugänge zu erweitern oder wie beim "Lateralen Release" einen zusätzlichen Hautschnitt zu setzen.

Die rein arthroskopischen Eingriffe können ambulant vorgenommen werden; d.h. Sie kommen morgens in unser Ambulantes Operationszentrum, lassen den Eingriff vornehmen und gehen anschließend wieder nach Hause.

Aus langjähriger Erfahrung erscheint es jedoch empfehlenswerter, den Eingriff unter stationären Bedingungen vornehmen zu lassen und erst nach Hause zu gehen, wenn gewährleistet ist, dass keine Probleme zu erwarten sind. Neben der Betreuung und der Krankengymnastik, v. a. auch am Wochenende, erfolgt die Kontrolle der serologischen Parameter, die allein schon aufgrund der Thrombosevorbeugung mit Heparin erforderlich wird.

Bedenken Sie bitte, dass Sie blutverdünnende und gerinnungshemmende Medikamente wie ASS-Präparate (z.B. Aspirin) und Macumar eine Woche vorher absetzen.